Von Logroño nach Belorado

Strecke

Logroño - Navarrete - Ventosa - Najera - Azofra - Cirueña - Santo Domingo de la Calzada - Grañon - Redecilla - Belorado

Karte

76.3 km, 06:54:15

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4. Etappe

Der heutige Tag war ziemlich ereignislos. 

Nach einer anfangs sehr lauten Nacht schienen sich die Leute im 40er-Schag irgendwann darauf zu besinnen, dass Schlaf wichtiger als Schnarch ist. Gegen Morgen wurde es etwas leiser, was mich dann schliesslich ausgeruht um 06:30 Uhr mit all den (vorsichtig geschätzt 39) fantasievollen Wecktönen erwachen liess.

 Nein, einen Wecker braucht man auf dem Camino keinen.

Da sich mit der ganzen Weckerei grad ein Riesen-Gewusel im Schlafsaal anbahnte, dem ich nicht merh ruhig zuschauen konnte, flüchtete ich mich in den Vorraum und genoss dort einen Kaffee aus dem Automaten. Als dann das Gros der Fuss-Pilger losmarschiert war, konnte auch ich in Ruhe packen und losfahren.

Die ersten 15 Kilometer meines heutigen Weges waren asphaltiert. Das dämpfte meine Freude etwas, dafür kam ich flott voran. Danach folgten Feldwege durch die wunderschöne Landschaft der Weinregion Rioja. Nach ca. 30 Kilometern kam ich in Nájera an, wo ich mir im Supermercado mein Frühstück kaufte. Nach dem kurzen Frühstück zog es mich weiter. 

Ich fuhr weitere ca. 20 Kilometer nach Santo Domingo de Calzada. In Santo Domingo besuchte ich die spätgotische Kathedrale und erhielt ebendort einen weiteren Stempel in meinen Pilgerpass. Ich liess das Mittagessen fallen und fuhr direkt weiter in das 25 Kilometer entfernte Belorado. 

Singletrails gab es auf dieser Etappe sehr wenige. Der Camino führte meist auf schattenlosen Feldwegen von Dorf zu Dorf, wobei die Dörfer immer oben und die Strassen unten waren. So kamen auf der insgesamt rund um 400 Höhenmeter steigenden Etappe dann doch noch rund 1'000 Höhenmeter zusammen. 

Die eher ereignislose Etappe erlaubte es mir dafür, mich etwas mehr mit meinen Mit-Pilgern zu beschäftigen. Ich plauderte mit deutschen, französischen, spanischen und australischen Pilgern. Alle haben ihre Sorgen. Aber ihre Sorgen sind hier und jetzt. Blasen, Schrunden, Knieschmerzen. Das Leben ist einfach auf dem Camino, wenn man sich auf ihn einlässt.

Um so unverständlicher für mich, dass Menschen mit dem Handy am Ohr laut diskutierend und mit dem anderen Arm gestikulierend unterwegs sein können. Ja, ich bin so egoistisch, mir diese Pause von der Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit und -Erreichbarkeit zu nehmen. 

Anfangs Belorado fand ich eine coole Pilgerherberge. Das Zimmer ist mit nur 30 Mit-Pilgern schon fast intim.

Waschen. Duschen. Essen. Schlafen.